Zum Inhalt springen
0

Dein Warenkorb ist leer

Weiter einkaufen
Du liest: THC-Abbau & THC-Rechner: So lange bleibt Cannabis im Körper

THC-Abbau & THC-Rechner: So lange bleibt Cannabis im Körper

THC-Abbau & THC-Rechner: So lange bleibt Cannabis im Körper

Kurz gesagt: THC kann bei gelegentlichem Cannabis-Konsum innerhalb weniger Tage weitgehend abgebaut werden. Bei regelmäßigem oder täglichem Konsum können THC und vor allem dessen Abbauprodukte jedoch noch Wochen nach dem letzten Konsum nachweisbar bleiben, da sich der Wirkstoff im Fettgewebe einlagert und nur langsam freigesetzt wird.[1] Eine pauschale Dauer lässt sich wissenschaftlich deshalb nicht exakt angeben.

Wie lange bleibt THC eigentlich im Körper? Kaum eine Frage rund um Cannabis sorgt für so viele Missverständnisse. Während manche glauben, THC sei nach wenigen Stunden vollständig verschwunden, kursieren gleichzeitig Geschichten über positive Drogen-Tests Wochen nach dem letzten Konsum.

Tatsächlich zeigt die Forschung: Der THC-Abbau ist deutlich komplexer als bei vielen anderen Substanzen. Entscheidend ist vor allem, dass THC stark fettlöslich ist und sich im Körper einlagern kann. Genau das beeinflusst die Dauer des Abbaus und die Nachweisbarkeit erheblich.[1,2]

Was passiert nach dem Cannabis-Konsum im Körper?

Der psychoaktive Hauptwirkstoff von Cannabis heißt Δ9-Tetrahydrocannabinol – kurz THC. Nach dem Konsum gelangt THC abhängig von der Konsumform unterschiedlich schnell in den Blutkreislauf.

Beim Rauchen oder Vaporisieren wird THC innerhalb weniger Minuten über die Lunge aufgenommen. Spitzenkonzentrationen im Blut entstehen meist bereits nach 3 bis 10 Minuten.[2,3]

Bei Edibles oder anderen oral aufgenommenen Produkten verläuft der Prozess deutlich langsamer. THC muss zunächst Magen und Leber passieren, bevor es in den Blutkreislauf gelangt. Dadurch setzt die Cannabis-Wirkung später ein, hält aber oft länger an.[3]


Nachweisbarkeit von THC – darum ist es so lange möglich

Der entscheidende Unterschied zu vielen anderen Substanzen: THC ist stark lipophil, also fettlöslich.[1]

Das bedeutet: THC verteilt sich nicht nur im Blut, sondern lagert sich bevorzugt im Fettgewebe ein. Dort kann es über längere Zeit gespeichert werden.[2]

Die Forschung beschreibt, dass THC besonders schnell in:

  • Fettgewebe
  • Gehirn
  • Leber
  • Lunge

verteilt wird.[3]

Von diesen Fettdepots wird THC anschließend langsam wieder in den Blutkreislauf abgegeben. Genau deshalb können Cannabis-Abbauprodukte oft deutlich länger nachweisbar bleiben als die eigentliche berauschende Wirkung bzw. das "Cannabis-High" anhält.[1]

Wie zuverlässig sind THC-Abbau-Rechner?

Wer im Internet nach einem THC-Abbau-Rechner sucht, erhält oft eine konkrete Zahl – etwa „5 Tage“ oder „12 Tage“. Das Problem: So einfach lässt sich der THC-Abbau wissenschaftlich nicht berechnen.

THC wird nicht wie Alkohol gleichmäßig abgebaut. Der Wirkstoff wird im Fettgewebe gespeichert und von dort langsam wieder freigesetzt. Wie lange THC oder seine Abbauprodukte nachweisbar bleiben, hängt deshalb von zahlreichen Faktoren ab, darunter Konsumhäufigkeit, Konsumform, THC-Gehalt, Stoffwechsel und Körperfettanteil.[1,2]

Was unseren THC-Rechner von anderen unterscheidet

Genau deshalb liefert auch unser THC-Rechner keine scheinpräzise Vorhersage, sondern eine wissenschaftlich fundierte Orientierung. Statt eine exakte Zahl auszugeben, zeigt er einen realistischen Zeitraum auf Basis der aktuellen Studienlage und macht gleichzeitig deutlich, wann die Nachweisbarkeit im Einzelfall auch länger ausfallen kann.

Trotzdem gilt: Selbst der beste Rechner kann individuelle Unterschiede nicht vollständig berücksichtigen. Eine verlässliche Aussage darüber, wann THC im Einzelfall nicht mehr nachweisbar ist oder ob die Voraussetzungen für die Teilnahme am Straßenverkehr erfüllt sind, ist wissenschaftlich derzeit nicht möglich.[3,5]

Realistisch statt scheinpräzise

Der THC-Abbau-Rechner

„Wie lange ist THC nachweisbar?“ – die Frage klingt einfach, die Antwort ist es nicht. Statt einer exakten Zahl, die falsche Sicherheit vortäuscht, zeigt dieser Rechner eine geschätzte, aber realistische Spanne auf Grundlage wissenschaftlicher Arbeiten – plus den Hinweis, wann es im Einzelfall länger dauern kann.

Wie oft konsumierst du?
Welcher Test?
Konsumform
Körperfettanteil (grobe Einschätzung)

typischer Bereich im Einzelfall länger

Wichtig: Dies ist eine grobe Orientierung auf Basis pharmakologischer Literatur, keine Garantie und keine medizinische oder rechtliche Beratung. Die tatsächliche Nachweisdauer schwankt stark – je nach Dosis, Stoffwechsel, Empfindlichkeit des Tests und weiteren Faktoren. In wissenschaftlich dokumentierten Extremfällen war THC bei langjährigem Konsum noch bis zu 67 Tage im Urin nachweisbar. Verlasse dich nie auf eine berechnete Zahl, etwa vor einem Bluttest oder im Straßenverkehr.

THC-Abbau im Körper: welche Rolle die Leber spielt

Nach der Aufnahme beginnt der Körper damit, THC abzubauen. Dabei spielt die Leber die zentrale Rolle.

THC wird unter anderem durch die Enzyme CYP2C9 und CYP3A4 metabolisiert.[3]

Dabei entstehen verschiedene Stoffwechselprodukte:

  • 11-OH-THC
  • 11-COOH-THC

11-OH-THC ist selbst psychoaktiv, während THC-COOH keine berauschende Wirkung mehr besitzt.[2]

Gerade THC-COOH ist für Drogentests besonders relevant, weil dieses Abbauprodukt lange im Körper verbleiben kann.

THC-Abbau hängt stark von der Konsumform ab

Die Forschung zeigt: Die Art des Konsums beeinflusst stark, wie schnell und wie lange THC im Körper wirkt und abgebaut wird.

Inhalation

Beim Rauchen oder Vaporisieren:

  • schnelle Aufnahme
  • schnelle Wirkung
  • hohe THC-Spitzenwerte

Die Bioverfügbarkeit von inhaliertem THC liegt laut wissenschaftlichen Erkenntnissen bei etwa 10 bis 35 Prozent.[2]


Oral konsumiertes THC

Bei Edibles ist die Bioverfügbarkeit deutlich geringer: etwa 4 bis 12 Prozent.[2]

Der Grund dafür ist unter anderem der sogenannte First-Pass-Effekt. Oral aufgenommenes THC gelangt zunächst über Magen und Darm in die Leber, wo ein Teil des Wirkstoffs bereits beim ersten Durchgang metabolisiert wird, bevor er überhaupt in den allgemeinen Blutkreislauf gelangt.[2]

Dabei entsteht unter anderem 11-OH-THC. Ein ebenfalls psychoaktiver Metabolit, der teilweise sogar als stärker wirksam gilt als THC selbst.[1]

Das erklärt, warum Edibles oft:

  • verzögert wirken
  • schwerer zu dosieren sind
  • und von vielen Konsumenten als intensiver oder länger anhaltend wahrgenommen werden.

Wie lange THC im Körper bleibt

Die Halbwertszeit von THC unterscheidet sich stark zwischen gelegentlichen und regelmäßigen Konsument:innen.

Die Forschung nennt folgende Bereiche:

  • gelegentliche Konsument:innen: etwa 1 bis 3 Tage
  • chronische Konsument:innen: etwa 5 bis 13 Tage [2]

Wichtig dabei: Die Halbwertszeit beschreibt nicht die Dauer der Wirkung, sondern wie lange der Körper benötigt, um die Konzentration zu reduzieren. Die tatsächliche Nachweisbarkeit kann deutlich länger sein.

Warum regelmäßiger Konsum den Abbau verlängert

Bei chronischem Konsum entstehen im Fettgewebe regelrechte THC-Speicher.[1]

Dadurch wird kontinuierlich THC zurück ins Blut abgegeben. Die Folge:

  • längere Nachweiszeiten
  • langsamere Ausscheidung
  • höhere Restwerte im Körper

Die Forschung beschreibt Fälle, in denen chronische Konsument:innen noch Wochen nach dem letzten Konsum positive Urintests hatten.[1]

Infografik zum THC-Abbau im Körper mit stilisiertem Baumdiagramm. Sie zeigt vier zentrale Einflussfaktoren auf den THC-Abbau: Fettgewebe-Einlagerung (THC wird im Fettgewebe gespeichert und langsam wieder freigesetzt), Gelegentlicher Konsum (THC wird bei gelegentlichem Konsum schneller abgebaut), Individuelle Unterschiede (der THC-Abbau ist von Person zu Person unterschiedlich und nicht pauschal vorhersagbar) sowie Regelmäßiger Konsum (regelmäßiger Konsum verlängert die Nachweisbarkeit von THC durch die Speicherung im Fettgewebe). Die Grafik ist minimalistisch in Schwarz-Weiß mit gelben Akzenten gestaltet.

Die Rolle von THC-COOH – was Drogentests wirklich messen

Ein besonders wichtiger Punkt: Viele Drogentests suchen nicht nach aktivem THC, sondern nach THC-COOH – also einem nicht psychoaktiven Abbauprodukt von Cannabis.[4]

Das bedeutet: Ein positiver Test beweist nicht automatisch eine aktuelle Beeinträchtigung.

Gerade Urintests zeigen häufig lediglich, dass irgendwann zuvor Cannabis konsumiert wurde.[4]

Wie lange ist THC in Haaren, Blut und Urin nachweisbar?

Wie lange THC nachweisbar bleibt, hängt stark von der jeweiligen Testmethode ab. Auch Konsumhäufigkeit, Körperfettanteil, Stoffwechsel und THC-Gehalt beeinflussen die Nachweisbarkeit erheblich.[3]

THC im Blut

Bluttests gelten als die wichtigste Methode, wenn es um kürzlich erfolgten Konsum oder mögliche akute Beeinträchtigung geht.

Nach dem Inhalieren steigt die THC-Konzentration im Blut innerhalb weniger Minuten stark an und erreicht meist nach 3 bis 10 Minuten ihren Höhepunkt.[2]

Bei gelegentlichem Konsum sinken die Werte anschließend vergleichsweise schnell wieder ab. Bei regelmäßigen Konsument:innen können jedoch selbst mehr als 24 Stunden nach dem letzten Konsum noch messbare THC-Werte im Blut vorhanden sein.[3]

Wichtig: Ein messbarer Blutwert bedeutet nicht automatisch, dass noch eine akute psychoaktive Wirkung besteht.


THC im Urin

Urintests gehören zu den häufigsten Drogentests. Dabei wird meist nicht aktives THC gemessen, sondern das Abbauprodukt THC-COOH.[4]

Die Nachweiszeiten unterscheiden sich deutlich je nach Konsummuster:

  • gelegentlicher Konsum: oft bis etwa eine Woche
  • regelmäßiger Konsum: teilweise mehrere Wochen
  • täglicher oder chronischer Konsum: mitunter bis zu einem Monat oder länger [1,4]

Der Grund dafür ist die Speicherung von THC im Fettgewebe. Von dort wird der Wirkstoff langsam wieder freigesetzt und weiter metabolisiert.[1]

Deshalb sagt ein positiver Urintest häufig nur aus, dass irgendwann zuvor Cannabis konsumiert wurde, nicht jedoch, ob aktuell noch eine Beeinträchtigung vorliegt.

THC in Haaren

Haartests besitzen das längste Nachweisfenster. THC und seine Metaboliten lagern sich während des Haarwachstums im Haar ein und können dort über Wochen bis Monate nachweisbar bleiben.[4]

Als grobe Orientierung gilt:

  • etwa 1 Zentimeter Haar entspricht ungefähr einem Monat Rückblick

Haartests eignen sich deshalb vor allem zur langfristigen Konsumhistorie, weniger zur Beurteilung eines aktuellen Rauschzustands.

Allerdings weisen Studien auch darauf hin, dass Haaranalysen nicht perfekt sind. Faktoren wie:

  • Haarfarbe
  • Bleichen oder Färben
  • starke externe Cannabisexposition
  • individuelle Haarstruktur

können die Ergebnisse beeinflussen. [4]

Tabelle: THC-Abbauzeiten und Nachweisbarkeit im Überblick

Testmethode Gelegentlicher Konsum Regelmäßiger Konsum Täglicher / chronischer Konsum Was wird gemessen?
Blut meist einige Stunden bis ca. 24 Stunden teilweise über 24 Stunden teils mehrere Tage möglich aktives THC
Urin oft 2–7 Tage mehrere Wochen möglich teilweise über 1 Monat meist THC-COOH (Abbauprodukt)
Speichel meist einige Stunden bis ca. 24 Stunden teilweise länger individuell unterschiedlich aktives THC
Haare Wochen bis Monate Wochen bis Monate Wochen bis Monate THC & Metaboliten im Haar

Wichtig: Die tatsächlichen Nachweiszeiten können stark variieren. Denn noch einmal: Einfluss haben unter anderem Konsumhäufigkeit, THC-Gehalt, Körperfettanteil, Stoffwechsel, Konsumform und individuelle Unterschiede. Außerdem bedeutet ein positiver Test nicht automatisch, dass noch eine akute Beeinträchtigung besteht.

Kann Sport oder Fasten THC wieder freisetzen?

Eine besonders interessante Studie untersuchte, ob Fettabbau gespeichertes THC wieder ins Blut freisetzen kann.

Die Forscher beobachteten bei Tieren:

  • Fasten
  • Stresshormone
  • verstärkte Lipolyse (Fettabbau)

führten zu erhöhten THC-Werten im Blut. [5]

Die Erklärung: Beim Abbau von Fettreserven könnte gespeichertes THC teilweise wieder mobilisiert werden.

Die Autoren betonen allerdings ausdrücklich: Es ist bislang nicht eindeutig belegt, dass dies beim Menschen tatsächlich erneut psychoaktive Effekte auslöst.[5]


Warum Detox-Mythen wissenschaftlich problematisch sind

Viele angebliche THC-Detox-Methoden versprechen einen schnellen „Reset“ des Körpers. Die Studienlage unterstützt solche Aussagen jedoch kaum.

Die Forschung zeigt vielmehr: Der limitierende Faktor beim THC-Abbau ist häufig die langsame Freisetzung aus dem Fettgewebe, nicht die reine Ausscheidung über Urin oder Schweiß. [1]

Es gibt derzeit keine wissenschaftlich belegte Methode, THC innerhalb kürzester Zeit zuverlässig aus dem Körper zu entfernen.

THC-Abbau ist individuell sehr unterschiedlich

Studien betonen immer wieder: Cannabis wirkt nicht bei jedem Menschen gleich und wird auch nicht von jedem Menschen gleich verstoffwechselt.

Beeinflusst wird der THC-Abbau unter anderem durch:

  • Konsumhäufigkeit
  • THC-Dosis
  • Körperfettanteil
  • Stoffwechsel
  • Alter
  • Ernährung
  • andere Medikamente [3]

Pauschale Aussagen zur Nachweisbarkeit sind deshalb wissenschaftlich kaum möglich.

THC-Abbau: Warum pauschale Aussagen oft nicht funktionieren

Die moderne Forschung zeigt deutlich: THC ist pharmakologisch außergewöhnlich komplex.

Der Wirkstoff wird:

  • schnell aufgenommen
  • im Fettgewebe gespeichert
  • langsam wieder freigesetzt
  • und individuell unterschiedlich abgebaut.

Besonders wichtig ist dabei die Unterscheidung zwischen:

  • aktueller Wirkung
  • und bloßer Nachweisbarkeit.

Viele Drogentests messen lediglich langfristige Abbauprodukte, nicht zwingend eine akute Beeinträchtigung. [4]

Genau deshalb lässt sich die Frage „Wie lange bleibt THC im Körper?“ nicht pauschal beantworten. Die tatsächliche Dauer hängt immer vom individuellen Konsumverhalten und der Biologie des jeweiligen Menschen ab.

Quellen

[1] Huestis, M. A. (2007). Human cannabinoid pharmacokinetics.Chemistry & Biodiversity, 4(8), 1770–1804.

[2] Chayasirisobhon, S. (2020). Mechanisms of action and pharmacokinetics of cannabis. The Permanente Journal, 25, 1–3.

[3] Lucas, C. J., Galettis, P., & Schneider, J. (2018). The pharmacokinetics and the pharmacodynamics of cannabinoids. British Journal of Clinical Pharmacology, 84(11), 2477–2482.

[4] Hadland, S. E., & Levy, S. (2016).Objective testing: Urine and other drug tests. Child and Adolescent Psychiatric Clinics of North America, 25(3), 549–565.

[5] Gunasekaran, N., Long, L. E., Dawson, B. L., Hansen, G. H., Richardson, D. P., Li, K. M., Arnold, J. C., & McGregor, I. S. (2009). Reintoxication: The release of fat-stored delta(9)-tetrahydrocannabinol (THC) into blood is enhanced by food deprivation or ACTH exposure. British Journal of Pharmacology, 158

[6] ADAC. (2025, August 6). Wie lange wirkt THC nachweisbar im Körper? https://www.adac.de/gesundheit/gesund-unterwegs/strasse/wie-lange-ist-thc-nachweisbar/



Häufige Fragen

Wie lange kann mir der einmalige Konsum von Cannabis nachgewiesen werden?

Ein einmaliger Cannabiskonsum kann je nach Testmethode unterschiedlich lange nachweisbar sein. Im Blut ist THC meist nur einige Stunden bis etwa 24 Stunden messbar. Urintests weisen dagegen häufig das Abbauprodukt THC-COOH nach, das noch mehrere Tage – teilweise bis etwa eine Woche – im Körper nachweisbar bleiben kann. [4] Die tatsächliche Nachweisbarkeit hängt unter anderem von Konsummenge, THC-Gehalt, Stoffwechsel und Körperfettanteil ab.

Wie lange ist THC im Blut nachweisbar?

THC ist im Blut meist deutlich kürzer nachweisbar als im Urin. Nach gelegentlichem oder einmaligem Konsum liegen die Nachweiszeiten häufig bei einigen Stunden bis etwa 24 Stunden. Bei regelmäßigem oder chronischem Konsum können jedoch auch noch Tage später messbare THC-Werte im Blut vorhanden sein. [3] Entscheidend sind dabei unter anderem Konsumhäufigkeit, THC-Dosis, Stoffwechsel und individuelle körperliche Faktoren.

Warum ist THC im Urin nachweisbar?

THC ist im Urin nachweisbar, weil der Körper den Wirkstoff nach dem Konsum abbaut und dabei sogenannte Metaboliten bildet. Besonders relevant ist das Abbauprodukt THC-COOH, das über die Nieren ausgeschieden wird. [2] Da THC fettlöslich ist, wird es zunächst im Fettgewebe gespeichert und anschließend langsam wieder freigesetzt. Dadurch kann THC-COOH noch Tage oder Wochen nach dem eigentlichen Konsum im Urin nachweisbar bleiben. Selbst dann, wenn keine berauschende Wirkung mehr besteht. [1]

Was ist der First-Pass-Effekt?

Der First-Pass-Effekt beschreibt den Prozess, bei dem oral aufgenommenes THC zunächst durch die Leber verarbeitet wird, bevor es in den allgemeinen Blutkreislauf gelangt. Dabei wird ein Teil des Wirkstoffs bereits abgebaut und unter anderem in 11-OH-THC umgewandelt – einen ebenfalls psychoaktiven Metaboliten. Genau deshalb wirken Edibles meist langsamer, dafür aber oft intensiver und länger als inhaliertes Cannabis. [1,2]

Wie viele Nanogramm THC pro Milliliter Blut (ng/ml) hat jemand, der täglich Cannabis konsumiert?

Das lässt sich pauschal nicht genau beantworten. Die THC-Konzentration im Blut hängt unter anderem von Konsummenge, THC-Gehalt, Stoffwechsel, Körperfettanteil und dem Zeitpunkt des letzten Konsums ab. Studien zeigen jedoch, dass bei täglichen oder chronischen Konsumenten auch noch mehr als 24 Stunden nach dem letzten Konsum messbare THC-Werte im Blut vorhanden sein können. [3] Deshalb können regelmäßige Konsumenten teilweise dauerhaft niedrige THC-Spiegel im Blut aufweisen.

Wie viel Zeit muss verstreichen, bis man bei einer Person, die täglich Cannabis konsumiert, kein THC mehr nachweisen kann?

Das lässt sich wissenschaftlich nicht pauschal beantworten. Bei täglichem oder chronischem Konsum kann THC beziehungsweise dessen Abbauprodukt THC-COOH noch Wochen nach dem letzten Konsum nachweisbar bleiben. [1] Besonders Urintests fallen bei regelmäßigen Konsumenten teilweise noch über einen Monat positiv aus. [5] Der Grund dafür ist, dass THC im Fettgewebe gespeichert und anschließend langsam wieder freigesetzt wird. Wie lange die Nachweisbarkeit tatsächlich anhält, hängt unter anderem von Konsumdauer, THC-Gehalt, Stoffwechsel, Körperfettanteil und Testmethode ab.

Wie viel Cannabis muss ich konsumieren, um 3,5 Nanogramm THC im Blut zu haben?

Darauf gibt es keine verlässliche allgemeine Antwort. Die THC-Konzentration im Blut hängt nicht nur von der konsumierten Menge ab, sondern auch von Faktoren wie:

  • THC-Gehalt des Produkts
  • Konsumform
  • Inhalationstechnik
  • Körperfettanteil
  • Stoffwechsel
  • Konsumhäufigkeit
  • Zeitpunkt des letzten Konsums [3]

Die Forschung zeigt zudem, dass selbst identische Mengen Cannabis bei verschiedenen Menschen zu sehr unterschiedlichen Blutwerten führen können. [1] Besonders wichtig: THC-Werte im Blut steigen nach dem Konsum zunächst stark an und fallen anschließend relativ schnell wieder ab. Ein bestimmter Blutwert wie 3,5 ng/ml lässt sich deshalb nicht zuverlässig auf eine konkrete Konsummenge zurückrechnen. Auch regelmäßige Konsument:innen können teilweise noch messbare THC-Werte im Blut haben, obwohl keine akute Rauschwirkung mehr besteht.

Unser Tipp: Vielleicht interessiert dich auch unser Artikel "Medizinisches Cannabis: Auto fahren als Patient".

Wie lange darf man nach dem Konsum von Cannabis kein Auto fahren?

Wie lange man nach dem Konsum von Cannabis nicht fahren sollte, hängt unter anderem von Konsummenge, THC-Gehalt, Konsumform und Konsumhäufigkeit ab. Bei gelegentlichem Konsum können THC-Werte im Blut nach einigen Stunden zwar bereits unter bestimmte Grenzwerte fallen, Fachgesellschaften wie der ADAC empfehlen dennoch eine Wartezeit von mindestens 12 Stunden vor dem Autofahren. Bei höheren Mengen, unbekanntem THC-Gehalt oder oralem Konsum – etwa durch Edibles – sollte deutlich länger gewartet werden, teilweise länger als 24 Stunden. Bei regelmäßigem oder täglichem Konsum kann THC über längere Zeit im Körper gespeichert bleiben, weshalb eine sichere Teilnahme am Straßenverkehr laut Experten oft erst nach mehrwöchiger Abstinenz möglich ist.[6]

Wie testet die Polizei auf THC?

Wird man im Straßenverkehr nach vorausgegangenem Cannabis-Konsum von der Polizei angehalten, wird zunächst das sogenannte Leistungsbild geprüft:

  • Gibt es Hinweise für einen Konsum wie etwa gerötete Augen oder erweiterte Pupillen?
  • Liegen konkrete Ausfallerscheinungen vor, zum Beispiel Schlangenlinienfahren, verwaschene Sprache oder Benommenheit?
  • Hat die oder der Fahrende einen Unfall verursacht?

Vortest: So funktioniert der Schnelltest auf Cannabis

THC bzw. das Abbauprodukt THC-COOH lässt sich mit einem Schnelltest (freiwilliger Vortest) über Speichel, Schweiß oder Urin nachweisen. Bei einer Polizeikontrolle wird häufig eine Urinprobe genommen. [6]

Mehr zum Thema

THC und CBD kombinieren: Was Studien über die Wirkung zeigen
THC-Shots: Medizinisches Cannabis zum Trinken
Cannabis, Schwangerschaft und was die Forschung heute weiß
Kief: Wirkung, Herstellung und Unterschiede einfach erklärt

Weiterlesen

THC und CBD kombinieren: Was Studien über die Wirkung zeigen
Cannabigerol (CBG): Was die Forschung heute weiß

Weitere Blogbeiträge

Alle anzeigen
Das Endocannabinoid-System einfach erklärt

Das Endocannabinoid-System einfach erklärt

In diesem Artikel erfährst du einfach erklärt, wie dieses faszinierende Netzwerk aus Cannabinoid-Rezeptoren und körpereigenen Botenstoffen funktioniert, welche Rolle die Cannabispflanze mit ihren W...

THCP: Wirkung, Rechtslage und was es stärker als THC macht

THCP: Wirkung, Rechtslage und was es stärker als THC macht

Kurz gesagt: THCP ist ein natürliches Cannabinoid, das im Labor rund 33-mal stärker an den CB1-Rezeptor bindet als THC. Hochpotent also. Deshalb macht es aber nicht automatisch 33-mal so „high". Kl...

Cannabis-Anwendung: Formen, Wirkung & Therapie

Cannabis-Anwendung: Formen, Wirkung & Therapie

Dieser Beitrag gibt einen umfassenden Überblick über die Cannabis-Anwendung: von den unterschiedlichen Einnahmeformen bis hin zu Dosierung und den rechtlichen Rahmenbedingungen einer Cannabis-Thera...

Cannabis-Konzentrat: Alles, was man wissen sollte

Cannabis-Konzentrat: Alles, was man wissen sollte

Kurz gesagt: Cannabis-Konzentrate sind hochkonzentrierte Extrakte der Cannabispflanze mit meist 50 bis 95 % THC – ein Vielfaches herkömmlicher Cannabisblüten. Gewonnen werden sie über lösungsmittel...