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Cannabis-Passivrauchen: Kann man passiv „high“ werden?

Cannabis-Passivrauchen: Kann man passiv „high“ werden?

Kurz gesagt: Unter Alltagsbedingungen wird man vom Cannabis-Passivrauch praktisch nicht „high“. In einem belüfteten Coffeeshop nahmen Nichtkonsumierende zwar THC auf, aber nur in Spuren, ohne spürbare Cannabis-Wirkung und ohne positiven Urin-Schnelltest [2]. Erst in kleinen, unbelüfteten Räumen mit sehr viel Rauch sind leichte Rauschwirkungen und positive Drogentests möglich [3]. Harmlos ist der Rauch trotzdem nicht: Er enthält Schadstoffe und Feinstaub, teils in höherer Konzentration als Tabakrauch [4, 5]. Kinder sollten ihm gar nicht ausgesetzt sein. In Haushalten, in denen drinnen Cannabis geraucht wurde, fanden sich bei ihnen deutlich häufiger Cannabis-Abbauprodukte im Urin [6].

Was ist Cannabis-Passivrauchen?

Passivrauch setzt sich aus zwei Quellen zusammen: dem Nebenstromrauch, der vom glimmenden Ende eines Joints aufsteigt, und dem Cannabis-Rauch, den Konsumierende wieder ausatmen [3]. Gerade der Nebenstrom hat es in sich. Schätzungen zufolge erreichen nur 20 bis 37 Prozent des THC (Tetrahydrocannabinol), also des berauschenden Hauptwirkstoffs, die rauchende Person – 40 bis 50 Prozent gelangen über den Nebenstrom in die Raumluft [3]. Außerdem können sich Rauchbestandteile auf Haut, Kleidung, Möbeln oder Türklinken absetzen und lassen sich durch Putzen und Lüften nur schwer entfernen. Fachleute sprechen dann von „Thirdhand Smoke“, also Rauch aus dritter Hand [3].

Für die Gesundheit von Umstehenden zählt aber nicht nur THC. Marihuana-Rauch ist – wie jeder Rauch – ein Gemisch aus Tausenden Chemikalien, und abgesehen von Nikotin und den Cannabinoiden ähnelt er Tabakrauch stark [7]. Er kann mehrere Hundert giftige und krebserregende Stoffe sowie Feinstaub enthalten, vieles davon in höherer Konzentration als Tabakrauch [4, 5].

„Gras, Joint und Bong“ im Check: Kann man passiv „high“ werden?

Die kurze Antwort lautet: In aller Regel nicht. Der Drogenforscher Bernd Werse von der Frankfurter Goethe-Universität hält die Gefahr für eher gering. Ein einzelner Joint in einer Kneipe habe auf Passivrauchende wohl keinen Effekt. In einem kleinen Raum, in dem viele Joints gleichzeitig kursieren, bekomme man aber wahrscheinlich „einen gewissen Rausch“ ab, so Werse gegenüber der Deutschen Presse-Agentur. Im Freien bestehe die Gefahr „quasi überhaupt nicht“ [8].

Der Selbstversuch im Coffeeshop

Forschende der Rechtsmedizin an den Universitäten Mainz und Jena haben das unter realistischen Bedingungen getestet [2]. Acht Freiwillige, die selbst kein Cannabis konsumierten, verbrachten drei Stunden in einem gut besuchten Coffeeshop in Maastricht: rund 200 Kubikmeter Gastraum, keine Fenster, aber eine recht wirksame Lüftung. Um sie herum rauchten gleichzeitig 8 bis 25 Gäste, zusätzlich verbrannte die Gruppe 8 Gramm Haschisch und Marihuana in einem Aschenbecher in anderthalb Metern Entfernung [2].

Das Ergebnis: Alle nahmen THC auf – aber nur in Spuren. Im Blutserum lagen die THC-Werte bei rund 0,5 bis 0,7 Nanogramm pro Milliliter und damit nahe der Nachweisgrenze, nach sechs Stunden war THC im Blut nicht mehr messbar. Keine der Testpersonen fühlte sich unter Cannabiseinfluss [2].

Wann passiver Cannabis-Rauch doch wirkt

Anders sieht es unter Extrembedingungen aus. Eine Schweizer Übersichtsarbeit hat 21 Studien zum Thema ausgewertet [3]. In manchen saßen Freiwillige an sechs Tagen hintereinander jeweils eine Stunde lang in einem kleinen, unbelüfteten Raum mit dem Rauch von 16 Joints – so verraucht, dass sie Schutzbrillen trugen. Dort kamen schätzungsweise 6 bis 18 Prozent der Dosis der Rauchenden bei den Nichtrauchenden an, mit Lüftung deutlich weniger [3].

Ob Passivrauch wirkt, ist also vor allem eine Frage der Verdünnung: Ein Tropfen Tinte färbt ein Wasserglas, in der Badewanne ist er kaum noch zu sehen. Raumgröße, Lüftung, Zahl der Rauchenden, Dauer und THC-Gehalt entscheiden, wie viel ankommt [3]. Weil Cannabis über die Jahrzehnte deutlich stärker geworden ist, steigt auch das Risiko, dass Passivrauchende positiv getestet werden [3].

Passiv kiffen: Symptome

Unter Alltagsbedingungen spürt man in der Regel nichts [2]. Wer dagegen lange in einem kleinen, stark verrauchten und schlecht belüfteten Raum sitzt, kann Folgendes bemerken [3, 8]:

  • ein leichtes Rauschgefühl
  • einen schnelleren Puls
  • leichte Einbußen bei Reaktionsvermögen und Arbeitsgedächtnis
  • gereizte Augen durch den dichten Rauch

Diese Effekte gelten als gering, sind aber ein klares Signal, den Raum zu verlassen.

Wie lange ist Passivrauchen im Urin nachweisbar?

Nach realistischem Passivrauchen bleiben die Werte in der Regel unter den Grenzwerten, ab denen ein Drogentest als positiv gilt. In der Coffeeshop-Studie überschritt keine einzige Urinprobe den Grenzwert (Cut-off) des Schnelltests von 25 Nanogramm pro Milliliter. Keine der Testpersonen wäre also in einem routinemäßigen Drogenscreening aufgefallen [2].

Im Labor fanden sich dennoch Spuren von THC-COOH, dem wichtigsten Abbauprodukt von THC. Die höchsten Werte zeigten sich etwa 14 Stunden nach Beginn des Aufenthalts und blieben stets unter 10 Nanogramm pro Milliliter. Nach 84 Stunden – also dreieinhalb Tagen – war das freie Abbauprodukt nicht mehr nachweisbar [2]. Aber: Der Grenzwert macht den Unterschied. Bei einem niedrigeren Grenzwert wären in derselben Studie 37 Proben positiv gewesen, zehn davon allerdings falsch positiv [2]. Unter Extrembedingungen können Tests in Urin, Blut, Speichel und Haaren positiv ausfallen [3]. Lüftung macht dabei viel aus: In einer Studie lagen die Werte im Urin bei belüftetem Raum um zwei Drittel niedriger als ohne Lüftung [3].

Blut, Speichel, Haare: Was Drogentests verraten

  • Blut: Selbst nach starkem Passivrauch finden sich nur niedrige THC-Werte, die nach etwa zwei Stunden kaum noch messbar sind. Typisch für Passivrauch ist zudem, dass das Abbauprodukt THC-COOH niedriger liegt als THC selbst – nach aktivem Konsum ist es umgekehrt [3].
  • Speichel: THC lässt sich kurz nach dem Passivrauchen nachweisen. Das Abbauprodukt THC-COOH hat dagegen bislang keine Studie nach Passivrauch im Speichel gefunden – es gilt deshalb als Hinweis auf aktiven Konsum [3].
  • Haare: THC kann sich von außen über Rauch in den Haaren ablagern. THC im Haar beweist also keinen Konsum, THC-COOH spricht dagegen für regelmäßigen aktiven Konsum [3].

Vielleicht auch spannend für dich? Unser THC-Abbau-Rechner.


Führerschein und Polizeikontrolle: Reicht Passivrauch für Ärger?

Ein positiver Drogentest kann ernste Folgen haben, bis hin zum Führerscheinentzug oder Verlust des Arbeitsplatzes [2]. Gilt im Straßenverkehr Null-Toleranz, kann ein THC-positiver Bluttest dieselben Konsequenzen haben – egal ob aktiv oder passiv geraucht wurde [3]. Unter Alltagsbedingungen reichen die gemessenen Mengen dafür aber kaum aus. Fachleute halten fest: Wer so viel Rauch abbekommt, dass im Urin Werte oberhalb der üblichen Bestätigungsgrenze entstehen, muss so extrem exponiert gewesen sein, dass ihm der Cannabiskonsum in unmittelbarer Nähe nicht entgangen sein kann [3]. Wer Abstinenz nachweisen muss, sollte trotzdem stark verrauchte, unbelüftete Räume meiden und keine Gegenstände anfassen, die mit Cannabis in Berührung gekommen sind [3].

Was passiert, wenn man passiv Cannabis raucht?

Auch wenn der „Rausch“ ausbleibt, geht der Rauch nicht spurlos am Körper vorbei. Die eigentlichen Risiken liegen beim Feinstaub und bei den Blutgefäßen.

Feinstaub im Wohnzimmer

Forschende der University of California in Berkeley haben 2022 gemessen, wie viel Feinstaub beim gemeinsamen Bongrauchen in einem 20 Quadratmeter großen Wohnzimmer entsteht [4]. Gemeint sind Partikel mit einem Durchmesser von höchstens 2,5 Mikrometern (PM2,5). In sechs von acht „Bong“-Runden stiegen die Werte auf das 100- bis 1.000-Fache des Ausgangsniveaus. Schon nach 15 Minuten lag die Belastung im Schnitt mehr als doppelt so hoch wie die Schwelle, ab der die US-Umweltbehörde EPA Luft als gefährlich einstuft. Insgesamt entstand viermal so viel Feinstaub wie beim Rauchen von Zigaretten oder Wasserpfeifen in vergleichbaren Räumen [4]. Laut Studienautor Patton Khuu Nguyen war die Belastung bis zu zehnmal so hoch wie während der extremen Waldbrände in der Bay Area rund um San Francisco im September 2020 [5].

Das Tückische: Der Feinstaub verschwindet nur langsam. Zwölf Stunden nach dem Rauchen war er in einer Messung noch mehr als zehnmal so hoch wie vorher [4]. Feinstaub oberhalb der empfohlenen Grenzwerte wird mit Schlaganfällen, verminderter Lungenfunktion und einer höheren Sterblichkeit durch Lungenkrebs und Herzerkrankungen in Verbindung gebracht [5]. Noch höher ist die Belastung laut den Forschenden beim „Hotboxing“, bei dem in einem geschlossenen Raum bewusst möglichst viel Rauch erzeugt wird. Einschränkend gilt: Gemessen wurde in nur einem Wohnzimmer [4].

Eine Minute Rauch, 90 Minuten Wirkung auf die Gefäße

Eine Studie der University of California in San Francisco hat untersucht, was Cannabisrauch mit den Blutgefäßen macht [9]. Gemessen wurde die Fähigkeit der Arterien, sich zu weiten, wenn mehr Blut hindurchfließt. Lässt sie nach, geht das der Entstehung einer Arterienverkalkung voraus [9].

Schon eine Minute Cannabisrauch – in einer Konzentration wie Tabakrauch in stark verrauchten Restaurants – verschlechterte bei Ratten die Gefäßfunktion etwa so stark wie Tabakrauch. Nach Tabakrauch erholten sich die Gefäße innerhalb von 30 Minuten, nach Cannabisrauch blieben sie mindestens 90 Minuten beeinträchtigt [9]. Rauch von Cannabis ohne THC wirkte genauso, ebenso Rauch ohne Zigarettenpapier: Verantwortlich ist also nicht der Wirkstoff, sondern der Rauch selbst [9]. Die Einschränkung: Es handelt sich um einen Tierversuch. Die Rauchkonzentration war allerdings so niedrig, dass in der Versuchskammer kein Rauch zu sehen war [9].

Ist Cannabis-Passivrauch schlimmer als Tabakrauch?

In einigen Punkten gibt es Hinweise darauf: Die Gefäße erholten sich langsamer [9], beim Bongrauchen entstand mehr Feinstaub [4], und viele Schadstoffe kommen in höherer Konzentration vor [5]. Die Datenlage ist aber deutlich dünner als beim Tabak [7]. Und ist Passivrauchen genauso schlimm wie aktives Rauchen? Beim Tabak sind die Folgen für Herz und Gefäße durch Passivrauch fast so groß wie durch aktives Rauchen [7]. Für Cannabis ist das nicht untersucht – hier besteht eine echte Lücke. Klar ist nur: Was THC angeht, nehmen Passivrauchende im Alltag weit weniger auf als Konsumierende [2].

Passiver Cannabiskonsum bei Kindern: Wie gefährlich ist das?

Die kurze Antwort: Kinder sollten Cannabisrauch gar nicht ausgesetzt sein. Sie gelten als besonders empfindlich gegenüber Umweltbelastungen, und kleine Kinder verbringen die meiste Zeit zu Hause [6].

Wie direkt das Rauchen in der Wohnung bei ihnen ankommt, zeigt eine 2025 veröffentlichte Studie mit 275 Kindern aus Kalifornien, im Schnitt 3,6 Jahre alt [6]. Wo Eltern angaben, dass in der vergangenen Woche drinnen Cannabis geraucht wurde, fanden sich bei 20 von 29 Kindern (69 Prozent) Cannabis-Abbauprodukte im Urin. In Haushalten ohne solche Angaben waren es 40 von 169 Kindern (rund 24 Prozent). Die Chance auf einen Nachweis lag damit etwa fünfmal so hoch [6]. Zur Einordnung: Die Studie zeigt einen Zusammenhang, keinen Beweis für Ursache und Wirkung, in allen Haushalten wurde auch Tabak geraucht, und ein Teil der Spuren könnte aus Rauchrückständen auf Oberflächen oder über das Stillen stammen [6].

Die langfristigen Folgen sind bislang kaum erforscht [6]. Erste Hinweise gibt es aber: In einer Untersuchung hatten Kinder, deren Betreuungspersonen Cannabis rauchten, häufiger virale Atemwegsinfektionen. Einige Studien bringen Cannabisrauch vor und nach der Geburt zudem mit Auffälligkeiten in der geistigen und emotionalen Entwicklung in Verbindung [6]. Neben Kindern kann Rauch in Innenräumen auch Schwangere und ältere Menschen belasten [5].

Was schützt: ein rauchfreies Zuhause

Beim Tabak haben klare Regeln gegen das Rauchen in der Wohnung nachweislich geholfen – ähnliche Regeln könnten auch beim Cannabis wirken. Bislang sind sie selten: In den USA hatten 70 Prozent der Erwachsenen, die im vergangenen Jahr Cannabis geraucht hatten, keine Regel gegen das Rauchen in der Wohnung [6]. Und das Bewusstsein scheint etwas zu bewirken: In einer Befragung von über 28.000 Erwachsenen aus 21 Ländern verzichteten diejenigen, die Passivrauch für schädlicher hielten, häufiger aufs Rauchen in der Wohnung [1]. Für Eltern heißt das: draußen rauchen statt drinnen. Lüften allein reicht nicht, denn bei geschlossenen Türen hält sich der Feinstaub über Stunden [4].

Und Haustiere?

Auch Tiere können unter Cannabisrauch leiden. Ein Fallbericht aus Polen beschreibt eine Perserkatze, die immer wieder in Unruhe und Aggression verfiel, desorientiert war und stark erweiterte Pupillen hatte [10]. Wie sich herausstellte, hatte ihr der Partner der Halterin Cannabisrauch „aus Spaß“ direkt ins Gesicht geblasen. Nach einer Infusionsbehandlung erholte sich die Katze vollständig – mit der klaren Empfehlung, sie künftig vom Rauch fernzuhalten [10].

Allgemeine Schlüsse lassen sich daraus allerdings kaum ziehen. Es handelt sich um einen einzelnen Fall, und die Katze bekam den Rauch gezielt ins Gesicht geblasen, statt ihn nur nebenbei einzuatmen. Nach Angaben der Autoren war es zudem der erste im Labor bestätigte und veröffentlichte Fall einer THC-Vergiftung bei einer Katze. Wie Katzen THC verarbeiten und ab welcher Menge es für sie giftig wird, ist bislang nicht bekannt [10]. Wie stark gewöhnlicher Passivrauch Haustieren schadet, muss die Forschung also erst noch klären.

Was bedeutet das für Cannabis-Patienten?

Als Arzneimittel wird Cannabis in der Regel nicht geraucht, sondern zum Beispiel verdampft (vaporisiert). Das Risiko, dass andere dabei passiv etwas abbekommen, gilt deshalb als sehr gering [3]. Wird Cannabis dagegen geraucht, macht das Cannabis-Rezept für Umstehende keinen Unterschied – es ist der Rauch selbst, der belastet [9]. Wie schnell man sich hier verschätzen kann, zeigt ein Beispiel aus Kanada: Die Provinz Ontario wollte Menschen mit Rezept zunächst erlauben, Cannabis auch in geschlossenen öffentlichen Räumen wie Theatern zu rauchen – und nahm die Regel kurz darauf wieder zurück [9]. Für Patient:innen heißt das: die Anwendungsform mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen, nicht in Innenräumen rauchen, in denen sich andere aufhalten, und Kinder, Schwangere und Haustiere vom Rauch fernhalten.

Unser Tipp: Mehr zum Thema erfährst du in unserem Artikel "Kann das Cannabis-High die medizinische Wirkung beeinflussen?".


Fazit: Kaum „Rausch“, aber viel Rauch

Wer im Alltag gelegentlich Cannabisrauch abbekommt, wird davon praktisch nicht „high“ und fällt im Drogentest in der Regel nicht auf [2]. Erst stark verrauchte, kleine und unbelüftete Räume führen zu messbaren Effekten [3]. Gesundheitlich ist der Rauch aber nicht harmlos: Er bringt Feinstaub und Schadstoffe in die Raumluft, die sich lange halten, und beeinträchtigte im Tierversuch schon nach einer Minute die Gefäße [4, 9]. Besonders Kinder sollten davor geschützt werden [6]. Was du mitnehmen solltest: Cannabis gehört nicht in Innenräume, in denen sich andere aufhalten – erst recht nicht, wenn dort Kinder leben. Am besten bleibt der Rauch da, wo er am wenigsten schadet: weit weg von denen, die ihn nicht gewählt haben.

 

Quellen

[1] Tripathi O, Parada H Jr, Liles S, Shi Y, Matt GE, Quintana PJE, Ferris J, Winstock A, Bellettiere J. Clearing the air: Heightened perception of harm from secondhand cannabis smoke exposure is associated with no in-home cannabis smoking in a 21-country convenience sample. Prev Med. 2024 Dec;189:108178. doi: 10.1016/j.ypmed.2024.108178. Epub 2024 Nov 14. PMID: 39547285; PMCID: PMC11867220.

[2] Röhrich J, Schimmel I, Zörntlein S, Becker J, Drobnik S, Kaufmann T, Kuntz V, Urban R. Concentrations of delta9-tetrahydrocannabinol and 11-nor-9-carboxytetrahydrocannabinol in blood and urine after passive exposure to Cannabis smoke in a coffee shop. J Anal Toxicol. 2010 May;34(4):196-203. doi: 10.1093/jat/34.4.196. PMID: 20465865.

[3] Berthet A, De Cesare M, Favrat B, Sporkert F, Augsburger M, Thomas A, Giroud C. A systematic review of passive exposure to cannabis. Forensic Sci Int. 2016 Dec;269:97-112. doi: 10.1016/j.forsciint.2016.11.017. Epub 2016 Nov 16. PMID: 27883985.

[4] Nguyen PK, Hammond SK. Fine Particulate Matter Exposure From Secondhand Cannabis Bong Smoking. JAMA Netw Open. 2022 Mar 1;5(3):e224744. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2022.4744. PMID: 35353170; PMCID: PMC8968464.

[5] UC Berkeley School of Public Health (2022): First-of-its-kind research shows dangers of secondhand cannabis smoke. https://publichealth.berkeley.edu/articles/spotlight/research/first-of-its-kind-research-shows-dangers-of-secondhand-cannabis-smoke (abgerufen am 2. Oktober 2026).

[6] Tripathi O, Parada H Jr, Sosnoff C, Matt GE, Quintana PJE, Shi Y, Liles S, Wang L, Caron KT, Oneill J, Nguyen B, Blount BC, Bellettiere J. Exposure to Secondhand Cannabis Smoke Among Children. JAMA Netw Open. 2025 Jan 2;8(1):e2455963. doi: 10.1001/jamanetworkopen.2024.55963. PMID: 39847355; PMCID: PMC11758598.

[7] Glantz SA, Halpern-Felsher B, Springer ML. Marijuana, Secondhand Smoke, and Social Acceptability. JAMA Intern Med. 2018 Jan 1;178(1):13-14. doi: 10.1001/jamainternmed.2017.5301. PMID: 29159409; PMCID: PMC9635842.

[8] dpa-infocom (2024): 240402-99-534267/2

[9] Wang X, Derakhshandeh R, Liu J, Narayan S, Nabavizadeh P, Le S, Danforth OM, Pinnamaneni K, Rodriguez HJ, Luu E, Sievers RE, Schick SF, Glantz SA, Springer ML. One Minute of Marijuana Secondhand Smoke Exposure Substantially Impairs Vascular Endothelial Function. J Am Heart Assoc. 2016 Jul 27;5(8):e003858. doi: 10.1161/JAHA.116.003858. PMID: 27464788; PMCID: PMC5015303.

[10] Janeczek, A., Zawadzki, M., Szpot, P. et al. Marijuana intoxication in a cat. Acta Vet Scand 60, 44 (2018). https://doi.org/10.1186/s13028-018-0398-0



Häufige Fragen

Kann man durch Passivrauchen Nikotin aufnehmen?

Nur, wenn Tabak im Spiel ist. Reiner Cannabisrauch enthält kein Nikotin [9]. Wird Cannabis aber mit Tabak gemischt geraucht, atmen Umstehende auch Tabakrauch ein [7].

Kann Passivrauchen von Cannabis süchtig machen?

Belege dafür liefern Studien nicht. Bislang wurde diese Frage allerdings auch nicht untersucht. Sie zeigen aber, dass unter Alltagsbedingungen nur Spuren von THC im Blut ankommen, die die Betroffenen nicht einmal spürten [2].

Ist Cannabisgeruch schädlich für Kinder?

Ob der Geruch allein schadet, ist nicht untersucht. Wo Cannabis geraucht wurde, bleibt aber mehr zurück als ein Geruch: Rauchbestandteile setzen sich auf Haut, Kleidung und Oberflächen ab und lassen sich nur schwer entfernen [3], und Feinstaub hält sich in geschlossenen Räumen über Stunden [4].

Ist Cannabiskonsum eine Kindeswohlgefährdung?

Ob im Einzelfall eine Kindeswohlgefährdung vorliegt, kann pauschal nicht beantwortet werden. Gesundheitlich ist die Lage klar: Kinder in Haushalten, in denen drinnen Cannabis geraucht wird, haben deutlich häufiger Cannabis-Abbauprodukte im Urin [6]. Wer mit Kindern zusammenlebt, sollte deshalb konsequent auf das Rauchen in der Wohnung verzichten.

Kann man im Auto passiv „high“ werden?

Das Risiko ist dort höher als in großen Räumen, denn ein Auto ist ein sehr kleiner Raum. In einer Studie aus den 1980er-Jahren saßen Freiwillige eine halbe Stunde in einem kleinen Auto, in dem sechs Joints verbrannt wurden. Danach hatten sie bis zu 6,3 Nanogramm THC pro Milliliter im Blut – deutlich mehr als in einem Versuch in einem Coffeeshop [2].

Hilft Lüften gegen Cannabis-Passivrauch?

Ja, aber nur begrenzt. Lüftung senkt die Menge an THC, die Passivrauchende aufnehmen [3]. Gegen den Feinstaub hilft sie dagegen nur langsam. In einer Studie war die Belastung bei geschlossenen Türen noch zwölf Stunden nach der „Bong“-Runde mehr als zehnmal so hoch wie vorher [4]. Am wirksamsten ist es, gar nicht drinnen zu rauchen.

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